Meyer Optik Görlitz arbeitet an einem neuen 42mm f/1.2 Objektiv und meldet sich damit nach rund anderthalb Jahren Pause zurück. Spannend ist das nicht nur wegen der Daten, sondern auch wegen des Namens. Die Marke gehört zu den großen Klassikern im Objektivbau und ist mit Sitz in Hamburg weiterhin in deutscher Hand.
Meyer Optik Görlitz als Legende unter den Objektivherstellern
Die Wurzeln reichen bis 1896 zurück, als Hugo Meyer & Co. in Görlitz mit dem Bau optischer Geräte begann. Über die Jahrzehnte entstanden Objektive, die heute Kultstatus haben und für ihren eigenwilligen Look geschätzt werden. Genau dieser Charakter ist es, der die Marke von vielen technisch perfekten, aber visuell austauschbaren Optiken abhebt.
Das bekannteste Objektiv ist das Trioplan 100mm f/2.8. Berühmt wurde es für sein sogenanntes Seifenblasen-Bokeh, bei dem unscharfe Lichtpunkte als deutlich umrandete Kreise erscheinen. Mehr über diesen und weitere Bokeh-Effekte könnt ihr in unserem Artikel nachlesen.
Dieser Effekt machte das Trioplan zum Liebling vieler Porträt- und Naturfotografen und brachte die Marke in der Spiegellosen-Ära zurück ins Gespräch. Ähnlich beliebt sind das Biotar 58 mit seinem rotierenden Swirl-Bokeh und das Primoplan 75 als Porträtklassiker.
Das neue Meyer Optik Görlitz 42mm f/1.2 im Überblick
Das neue Objektiv setzt diese Tradition fort. Verbaut sind zehn Linsen, darunter zwei asphärische Elemente gegen Abbildungsfehler und zwei beweglich gelagerte Linsengruppen, die sich beim Fokussieren mitbewegen und so über den gesamten Entfernungsbereich für gleichmäßige Schärfe sorgen. Auffällig sind die 15 roten Blendenlamellen, die laut Hersteller rein optisch ein Hingucker sind und Bildqualität sowie Farben nicht beeinflussen.
Erscheinen soll das 42mm f/1.2 für Sony E, Canon RF und Leica M, die M-Variante mit Messsucherkopplung. Mit 420 Gramm, 60 Millimeter Durchmesser und 60 Millimeter Länge bleibt es kompakt, die Naheinstellgrenze liegt bei 0,7 Metern. Gefertigt wird von Hand in Hamburg. Aktuell steckt das Objektiv in der Marktvalidierung, also noch vor der finalen Produktionsfreigabe.
Persönlich freue ich mich sehr auf ein neues Objektiv dieser Traditionsmarke. Wenn Meyer Optik den eigenen Charakter mit moderner Fertigung verbindet, könnte das 42mm f/1.2 ein echtes Charakterstück werden.
via Leicarumors / Foto: Leicarumors





