Canon erweitert die R6-Reihe um ein deutlich videoorientiertes Modell: Die neue Canon EOS R6 V kombiniert einen 32,5-Megapixel-Vollformatsensor mit 7K-RAW-Aufzeichnung, Open-Gate-Video und aktiver Kühlung. Dafür verzichtet Canon auf zwei klassische Foto-Features: einen elektronischen Sucher und einen mechanischen Verschluss.
Video steht klar im Vordergrund
Die EOS R6 V sitzt konzeptionell zwischen der EOS R6 Mark III und der Cinema EOS C50. Im Inneren arbeitet ein 32,5-Megapixel-Vollformatsensor mit DIGIC-X-Prozessor. Für Videografen besonders interessant sind internes 7K 60p RAW, 7K Open Gate mit 30p, oversampled 4K 60p sowie 4K 120p ohne Crop.
Open Gate dürfte für viele Creator praktisch sein, die aus einer Aufnahme verschiedene Formate für YouTube, Instagram oder TikTok schneiden wollen. Die Kamera nutzt dabei die volle Sensorhöhe, sodass sich Quer- und Hochformat flexibler aus demselben Material erzeugen lassen.

Ein wichtiger Unterschied zur R6 Mark III ist die aktive Kühlung. Canon verspricht dadurch längere Aufnahmezeiten, unter anderem rund zwei Stunden 4K 60p bei Raumtemperatur. Für Interviews, Events oder längere Studioaufnahmen ist das deutlich relevanter als reine Maximalauflösung.
Kein EVF, kein mechanischer Verschluss
Der klarste Kompromiss betrifft Fotografen: Die EOS R6 V besitzt keinen elektronischen Sucher und keinen mechanischen Verschluss. Fotografiert wird ausschließlich elektronisch, mit bis zu 40 Bildern pro Sekunde. Für Sport, Tiere oder schnelle Momente kann das interessant sein, beim Blitzen und bei bestimmten Kunstlichtsituationen ist ein rein elektronischer Verschluss aber weniger flexibel.

Auch das Gehäuse zeigt die Ausrichtung auf Video. Die Kamera hat eine flache Oberseite, eine Tally-Lampe, einen zusätzlichen Record-Button an der Front, einen Zoomhebel und ein zweites Stativgewinde für Hochformat-Setups. Dazu kommen Full-Size-HDMI, USB-C mit 10 Gbit/s, Kopfhörer- und Mikrofonanschluss sowie Speicherplätze für CFexpress Typ B und SD UHS-II.
Preislich startet die Canon EOS R6 V bei 2.499 Euro. Zusammen mit dem neuen RF 20-50mm f/4 L IS USM PZ liegt das Kit bei 3.699 Euro. Die Verfügbarkeit ist für Ende Juni 2026 geplant.
Erste Einschätzungen aus Reviews
DPReview ordnet die EOS R6 V als Kamera für „advanced creatives“ ein und hebt die klare Videoausrichtung gegenüber klassischen Hybridkameras hervor. Digital Camera World sieht vor allem die Kombination aus 7K RAW, aktiver Kühlung, starkem Autofokus und einfacher Bedienung als Stärke, weist aber ebenfalls auf die Einschränkungen gegenüber einer echten Cinema-EOS-Kamera hin.
Für reine Fotografen dürfte die EOS R6 Mark III die deutlich rundere Wahl bleiben. Wer aber hauptsächlich filmt, häufig auf Gimbal, Rig oder im Studio arbeitet und keinen Sucher braucht, bekommt mit der R6 V eine interessante Canon-Kamera zwischen Hybrid-DSLM und kompakter Cinema-Lösung.
Fotos: Canon





