Adobe macht die Nutzung generativer KI in Photoshop etwas transparenter: Vor dem Klick auf „Generieren“ lässt sich nun anzeigen, wie viele Generative Credits eine Aktion voraussichtlich kostet. Das ist vor allem für alle unter euch relevant, die regelmäßig mit Generatives Füllen, Erweiterungen oder Partner-Modellen arbeiten.
Mehr Kontrolle über KI-Kosten in Photoshop
Bisher war die Credit-Nutzung in Photoshop eher undurchsichtig. Jetzt zeigt Photoshop nun beim Überfahren des Generieren-Buttons mit der Maus eine geschätzte Credit-Anzahl an. Voraussetzung ist allerdings, dass Tooltips in den Photoshop-Einstellungen aktiviert sind. Wer diese Hinweise deaktiviert hat, sieht die neue Kostenanzeige nicht.
Interessant wird das vor allem durch die unterschiedlichen Modelle. Zum Beispiel Firefly Image 5 kostet etwa 10 Credits für eine Generatives-Füllen-Aktion, während ein Partner-Modell wie Imagen 3 für denselben Arbeitsschritt bis zu 40 Credits verbrauchen kann. Praktisch bedeutet das: Zwei optisch ähnliche Buttons können sehr unterschiedliche Kosten verursachen.
Adobe selbst erklärt Generative Credits als eine Art Token-System für KI-Ausgaben in Creative-Cloud-Apps wie Photoshop, Illustrator, Lightroom und Firefly. Die Credits werden monatlich zugeteilt und nicht in den nächsten Monat übertragen. Nicht genutzte Credits verfallen also beim Reset.
Was das für euren Workflow bedeutet
Für Fotografen und Retoucher ist die neue Vorschau vor allem eine kleine, aber sinnvolle Workflow-Hilfe. Wer viel mit KI-Retusche arbeitet, kann besser entscheiden, ob ein teureres Partner-Modell wirklich nötig ist oder ob Firefly für den jeweiligen Zweck reicht.
Gerade bei größeren Projekten lohnt es sich, den monatlichen Reset im Blick zu behalten. Adobe weist darauf hin, dass der Reset-Termin im Account-Menü sichtbar ist und Credits monatlich zurückgesetzt werden. Wer kurz vor dem Reset noch Guthaben übrig hat, kann Tests, Varianten oder Experimente sinnvoll dorthin legen.
Spannend ist auch, dass nicht jede KI-ähnliche Funktion automatisch Credits verbraucht. Fstoppers verweist auf Tests aus einem Video von Terry Vander Heiden, in dem unter anderem geprüft wurde, welche Funktionen tatsächlich vom Credit-Konto abgezogen werden. Das zeigt: Es lohnt sich, nicht nur auf das KI-Label zu achten, sondern konkret zu prüfen, welche Funktion welche Kosten verursacht.
Kurze Einordnung und Fazit
Die neue Anzeige löst nicht das Grundproblem, dass Adobes KI-Credit-System für viele Nutzer weiterhin erklärungsbedürftig bleibt. Sie macht Photoshop aber im Alltag planbarer. Besonders wer KI-Funktionen nicht nur gelegentlich, sondern produktiv einsetzt, bekommt damit eine bessere Grundlage für Entscheidungen.
Grundsätzlich ist das Credit-System nachvollziehbar, weil generative KI Rechenleistung kostet. Kritisch bleibt aber, dass nicht genutzte Credits beim monatlichen Reset verfallen und verbrauchte Credits offenbar nicht zurückerstattet werden, wenn das Ergebnis unbrauchbar ist. Damit bezahlen Nutzer nicht nur für gelungene Ergebnisse, sondern auch für Fehlversuche. Gerade bei kreativen KI-Funktionen, bei denen mehrere Anläufe oft zum normalen Workflow gehören, fühlt sich das aus Anwendersicht nur bedingt fair an.




