Thypoch erweitert die Ksana-Serie um ein 35mm f/2 ASPH für Leica M-Mount. Das manuelle Vollformat-Objektiv setzt nicht nur auf kompakte Maße, sondern vor allem auf einen Bildlook, der weniger klinisch und stärker an klassische Filmoptiken angelehnt sein soll.
Kleines 35mm für Street, Reise und Alltag
Mit 35mm Brennweite zielt das Thypoch Ksana 35mm f/2 ASPH klar auf Street-, Reportage-, Reise- und Alltagsfotografie. Die Brennweite ist weit genug, um Umgebung mitzuerzählen, bleibt aber kontrolliert genug für Menschen, Details und dokumentarische Motive.
Auffällig ist vor allem die Bauform: Das Objektiv wiegt 198 Gramm und misst nur 27 Millimeter von der Bajonettseite bis zur Front. Damit dürfte es gut zu kompakten M-Kameras passen, ohne die Balance stark zu verändern. Das Gehäuse besteht aus Messing und wird in Schwarz oder Silber angeboten. Dazu kommen ein klassischer Fokus-Tab und ein spürbarer Widerstandspunkt bei 0,7 Meter, passend zur Messsucher-Praxis.


Optisch nutzt Thypoch acht Elemente in fünf Gruppen, darunter ein asphärisches Element, ein ED-Element und zwei hochbrechende Elemente. Die Naheinstellgrenze liegt bei 0,5 Meter, was für ein 35mm-M-Mount-Objektiv praktisch ist, auch wenn Messsucher-Nutzer unterhalb von 0,7 Meter je nach Kamera anders arbeiten müssen.
Epoch Coating 84’ statt neutralem Perfektionslook
Der spannendste Punkt ist die sogenannte Epoch Coating 84’-Vergütung. Sie soll an Objektive aus den 1980er-Jahren erinnern und wärmere Farben sowie charaktervollere Flares mit goldenen und violetten Reflexen erzeugen. Das ist bewusst kein Ansatz für maximale Neutralität, sondern eher für Fotografen interessant, die ihren Bildern schon aus der Kamera etwas mehr Stimmung geben wollen.
In Europa taucht das Thypoch Ksana 35mm f/2 ASPH bereits mit einer UVP von 629,51 Euro brutto auf. Die US-Preise liegen bei 599 US-Dollar ohne und 649 US-Dollar mit Gegenlichtblende.
Erste Reviews fallen interessant aus: Digital Camera World beschreibt das Ksana 35mm f/2 als sehr kompakte, hochwertig gebaute manuelle Festbrennweite mit filmischem Charakter, weist aber auf sichtbare Vignettierung und weichere Ecken bei f/2 hin. Phillip Reeve hebt unter anderem die geringe Verzeichnung, das angenehme Bokeh und die gute Korrektur chromatischer Aberrationen hervor, sieht aber ebenfalls klare Unterschiede zu stärker korrigierten Alternativen wie dem Voigtländer VM 35mm f/2 Apo-Lanthar.
Für euch ist das Thypoch Ksana 35mm f/2 ASPH vor allem dann spannend, wenn ihr ein kleines, mechanisches M-Mount-Objektiv mit Charakter sucht. Wer maximale Schärfe bis in die Ecken oder Autofokus erwartet, dürfte bei moderneren Alternativen besser aufgehoben sein.
Thypoch gehört zu den chinesischen Objektivherstellern, die derzeit sichtbar an Profil gewinnen. Erst kürzlich wurde mit dem Thypoch Voyager 24-50mm f/2.8 ein interessantes AF-Zoom für Sony E vorgestellt. Warum aktuell generell so viele neue Objektive aus China kommen, haben wir in einem eigenen Hintergrundartikel zu chinesischen Objektivherstellern eingeordnet.
via diyphotography






