Wand aus Stahl
Der markante rot-weiße Schiffsbug dürfte dem ein oder anderen Fan maritimer Geschichte bekannt vorkommen. Es ist die Frontansicht des größten fahrtüchtigen Museums-Frachtschiffs der Welt – der Cap San Diego. Sie ist fester Bestandteil des Hamburger Hafens. Das Schiff unternimmt aber auch Fahrten mit Gästen auf der Elbe in Richtung Nordsee. Dort entstanden diese eindrucksvollen Fotos.
So sehen den weltberühmten Frachter nur wenige Menschen, nämlich die, die auf weitaus kleineren Schleppern dem betagten Frachter helfen, Kurs zu halten oder in Häfen anzulegen. Das Foto entstand bei einem Anlegemanöver der Cap San Diego vor Cuxhaven. Aufgenommen hat sie Fotograf Thorsten Wischnewski an Bord des Schleppers „WULF5“.

Thorsten Naeser verbindet seit vielen Jahren Wissenschaft, Fotografie und Journalismus. Nach seinem Geografiestudium arbeitete er zehn Jahre als freier Wissenschaftsjournalist und Fotograf. Seit 2008 vermittelt er am Max-Planck-Institut für Quantenoptik und der LMU München komplexe Themen der Laserforschung verständlich an ein breites Publikum. Darüber hinaus leitet er die Redaktion von photonworld, ist leitender Redakteur des Fotomagazins Fotopuls der Volkshochschule im Norden des Landkreises München und als Buchautor tätig.
Das Bild zeigt einen der ehrenamtlichen Matrosen auf der Monkey-Back am Bug der Cap San Diego. Im Vergleich zu dem gewaltigen Schiff wirkt er winzig. Der Matrose bereitet die Übernahme der Schleppleine von den Kollegen des vorausfahrenden Schleppers „WULF5“ der Reederei Otto Wulf aus Cuxhaven vor.

Das beeindruckende Manöver in Cuxhaven
Bei diesem Manöver nähert sich die „WULF5“ bis auf wenige Meter der Cap San Diego, damit die Mannschaft auf dem Achterdeck die Schleppverbindung herstellen kann.
Respekt und ein wenig weiche Knie beschreiben für mich das Gefühl, wenn die Wand aus Stahl des riesigen Schiffes immer dichter kommt und man das Schiff achteraus fast schon berühren kann. Manchmal wirkt es bedrohlich.
Thorsten Wischnewski (Fotograf, www.pure-picture.com)
„Auf beiden Schiffen ist die Verantwortung für Kapitän und Seeleute in diesem Moment immens.“ erzählt Thorsten Wischnewski. Wenig später lag die Cap San Diego sicher vertäut im Cuxhavener Hafen.


Besucherinformationen und Erlebnisse an Bord
Wer selbst einmal der Cap San Diego, die zwischen 1961 und 62 gebaut wurde, einen Besuch abstatten möchte, der kann das an der Überseebrücke im Hamburger Hafen tun. Hier bekommt man einen tollen Eindruck von der legendären Zeit der Stückgutfahrt der 1960er-Jahre vor Einführung des Containerverkehrs. Von der Kommandobrücke bis zum Maschinenraum bietet die Cap San Diego lebendige Einblicke in alle wichtigen Bereiche des Schiffes. Hier bekommt man ein einmaliges Stück Industriekultur vor die Kamera.
Die Cap San Diego unterstützen
Die Cap San Diego ist ein lebendiges Denkmal der Seefahrtsgeschichte. Damit dieses außergewöhnliche Museumsschiff weiterhin erhalten und vor allem fahrtüchtig bleiben kann, ist es auf Unterstützung angewiesen. Wer nach meiner Reportage ebenfalls etwas zum Erhalt des Schiffes beitragen möchte, findet auf Betterplace die entsprechende Spendenseite: Die Cap San Diego unterstützen. Jede Hilfe zählt.
Weitere Informationen: Cap San Diego, Otto Wulf
Wer sich für maritime Motive in Hamburg begeistert, findet in Dmitrij Leltschuks Bildband Momentaufnahmen aus der Elbmetropole weitere stimmungsvolle Aufnahmen der Hansestadt und ihrer Hafenkulisse.
Wer nach der Lektüre selbst die Kamera in die Hand nehmen möchte, kann sich bei Foto Eskapaden in Deutschland Anregungen für eigene Fototouren zu lohnenden Motiven holen.






